Weiterbildung in TraumaSensible Beratung


Diese Weiterbildung richtet sich an KollegInnen in psychosozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern, die mit traumatisierten Menschen arbeiten und vor der Herausforderung stehen, mit schwierigen und komplexen Verhaltensmustern ihres Klientel umzugehen.

Seit einigen Jahren wird immer mehr erkannt, dass psychische wie somatische Auffälligkeiten und Erkrankungen in hohem Maße mit nicht verarbeiteten traumatischen Erfahrungen der Betroffenen in Verbindung stehen.
Viele KollegInnen, die mit Menschen mit psychischen und sozialen Problemen arbeiten, stehen vor der Herausforderung, mit uneindeutigen und komplexen Erlebens- und Verhaltensmustern ihrer Klientel umzugehen.
Betroffen sind oft auch Menschen mit Migrations-/Fluchthintergrund.
Unser Anliegen ist es, im Rahmen unserer Weiterbindung »TraumaSensible Beratung«, umfassendes Wissen zu vermitteln, um typische Traumamuster zu erkennen und damit einen traumasensiblen und sachgemäßen Umgang mit den Betroffenen zu gewährleisten.
Dazu braucht es zunächst ein Basiswissen, um die teils sehr unspezifischen und verborgenen Traumafolgestörungen wahrzunehmen und die Betroffenen in ihren besonderen Anpassungsleistungen besser zu verstehen.
Das Wissen über psychotraumatische Belastungsstörungen und dissoziative Störungen ist Voraussetzung, um einen verständnisvollen Weg zu den oft schwer traumatisierten KlientInnen zu finden.

Die Weiterbildung in »TraumaSensible Beratung« am ITAS-Institut vermittelt an insgesamt 16 Seminartagen ein umfassendes Fachwissen über die Psychotraumatologie bezogen auf pädagogische und psychosoziale Arbeitsfelder.
Die Teilnehmer/innen erhalten ein qualifiziertes Basiswissen, um die Entstehung von Traumata und schwierige Verläufe als Traumafolgestörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besser zu verstehen und zu erkennen.
Unser Ziel ist es, die TeilnehmerInnen in ihrer Handlungskompetenz zu unterstützen und im Umgang mit traumatisierten Menschen sicher, hilfreich und traumasensibel zu werden.

Im weiteren Verlauf werden praxisbezogen verschiedene Methoden zum kompetenten und feldbezogenen Umgang mit komplexen Traumastörungen gelernt.

Es sind insgesamt 176 Ausbildungsstunden.

Termine 2017

  • Mo, 04. und Di, 05. Dezember 2017


Seminarzeiten

Erster Tag jeweils 13.00 bis 19.00 Uhr
Zweiter Tag jeweils 09.30 bis 15.00 Uhr


Seminarkosten

2.000,00 Euro pro Ausbildungsjahr


Seminarleitung

Uwe Schulz-Wallenwein
Karin Ibele-Uehling

Abgeschlossen wird die Weiterbildung mit

  • einer schriftlich verfassten Fallstudie, in der auf ca. zehn Seiten beschrieben wird, wie traumafokussierte Ansätze in die Praxis umgesetzt werden, und
  • Supervisionen, davon drei in schriftlicher Form, und
  • mindestens eine dokumentierten Supervision (Sprachaufzeichnung o.ä.)

 

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Flyer »Zweijährige Weiterbildung zur TraumSensiblen Beraterin, zum TraumaSensiblen Berater.«

Curriculum der zweijährigen Weiterbildung in TraumaSensible Beratung


 

  1. Einführung in die Psychotraumatologie:
    
die Geschichte der Psychotraumatologie von Charcot bis heute, 
Entwicklung der Traumapädagogik, -beratung und -therapie,
 aktuelle Definitionen, aktueller Diskussionsstand,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

 
  2. Traumaspezifische Verarbeitung:

    Trauma-verursachende Situationen, Lebensgeschichtliche 
und entwicklungsspezifische Risikofaktoren,
 Einblicke in die neurobiologischen Vorgänge der Traumaverarbeitung, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

 
  3. Traumafolgestörungen I:

    Einführung und Kennenlernen verschiedener Traumatypen
und ihre Auswirkungen, 
neurowissenschaftliche Beiträge zu Entwicklungs- und Bindungstraumata, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision
 
  4. Traumafolgestörungen II:
    
Modell der Dissoziation, 
Traumatische Zange, 
Diagnostik nach ICD und DSM, 
Trauma-Schema,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  5. Traumafolgestörungen III:
    
Überblick über typische Komorbiditäten, Doppel-, Mehrfachdiagnosen
traumatypische maladaptive Anpassungsmuster,
 BASK-Modell,
 typische Traumafolgen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  6. Traumafolgen im Kindesalter:
    
Akute und chronische Folgen bei Symbiose-/Bindungs- Entwicklungstraumata, 
Neuroaffektives Beziehungsmodell,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  7. Einführung in die Traumapädagogik

    Traumazentrierte pädagogische Ansätze, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  8. Traumaberatung, Traumapädagogik, Traumatherapie
    
Kennenlernen der jeweiligen Fachgeschichte, Möglichkeiten
und Grenzen der jeweiligen Fachbereiche, 
Gemeinsamkeiten und institutionelle und professionelle Formen der Zusammenarbeit, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision
 
  9. Einführung in das Dissoziationsmodell:

    Dissoziative Störungen nach ICD, Konversionsstörungen, Fugue etc,
 Arbeit mit dem Ego-State-Modell,
 Kennenlernen verschiedene Ansätze zur Arbeit mit dissoziativen Störungen,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  10. Traumabezogene Ansätze zum Umgang mit Dissoziation

    Umgang mit traumakontaminierten Teilpersönlichkeiten,
Erkennen von dissoziierten Anteilen,
 ANP, EP und die Idee der kohärenten Persönlichkeit,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision
 
  11. Einführung in Traumafokussierte Beratungsmethoden I:
    
Behandlungsmodelle von Janet bis heute,
 Ressourcen-orientierte Beratung zur Stabilisierung der physischen, psychischen und sozialen Situation, 
Unterstützung von Sicherheit im jeweiligen institulionellen Kontext, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision
 
  12. Einführung in Traumafokussierte Beratungsmethoden II:
    
Psychodynamische und kognitiv-behaviorale Methoden der Traumaberatung in 
Anwendung unterschiedlicher psychosozialer und pädagogischer Arbeitsfelder, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  13. Einführung in Traumafokussierte Beratungsmethoden III:
    
Kennenlernen imaginativer und körperorientierter Verfahren, 
Erarbeiten eigener Methodenpräferenzen,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit, Supervision

  14. Einführung in Methoden der Affektstabilisierung

    Kennenlernen verschiedener Methoden zur kognitiven, physiologischen und
emotionalen Stabilisierung bei Intrusionen wie Panikattacken, Flashback etc.
Praxis-Übungen, Fallarbeit

  15. Einführung in die Krisenintervention bei Trauma-Klient/innen

    Erkennen von akuten Krisen bei schweren Traumafolgen, Umgang mit Täter-, Opferintrojekten, 
Interventionsstrategien, Möglichkeiten und Grenzen eigener Kompetenzen, 
Möglichkeiten der Akutversorgung, Ein- und Überweisungswege, 
Praxis-Übungen, Fallarbeit

  16. Psychoedukation und Ressourcen mobilisieren

    Übungen zur Ressourcenmobilisierung, 
Psychoedukation bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, 
Strategien bei großer Affektlabilität,
 Praxis-Übungen, Fallarbeit


    Die Weiterbildung in »TraumaSensible Beratung« ist angelehnt an die Richtlinien der DeGPT (Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie).
    Eine Zertifizierung wird beantragt.